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Inhalt einer Flurkarte

Eine Flurkarte als Darstellung im Maßstab für Grund- und Flurstücke ist auch bekannt unter den Begriffen Kataster- oder Liegenschaftskarte und bildet, mit der Schätzungskarte zusammen, den Teil des Katasters von der Liegenschaft. Die Karte mit dem Nachweis der Abgrenzung und der Lage dient als Grundlage im Grundbuch zur Sicherung des Eigentums von Grund und Boden sowie der korrekten Veranlagung zur Grundsteuer.

Mittlerweile ist die Flurkarte in Deutschland vollständig durch die automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) abgelöst worden. Der Fokus bei Flugkarten liegt auf der Darstellung von der Lage des Eigentums an Grund und Boden. Aus diesem Grund handelt es sich um eine spezielle Art von Karten, welche nicht mit anderen Land- oder topografischen Karten verglichen werden kann.

Die verschiedenen Aufmachungen einer Flurkarte

Die Flurkarten finden die Herstellung als Inselkarte für eine Flur- oder im Blattschnitt einer Rahmenkarte. Eine Inselkarte kann Beiblätter enthalten, welche in der Regel einen größeren Maßstab der Flur darstellen. Des Weiteren finden sich direkt auf dem jeweiligen oder einem separaten Blatt Vergrößerungen oder zusätzliche Zeichnungen, um Situationen darzustellen, welche in Bezug auf den Maßstab oder aufgrund von Widersprüchen nicht in die Karte integriert werden konnten. Ein weiterer Grund kann sein, dass der Flur teilweise aus der Seite heraussteht und in der Folge entlang der Grenze des Flurstückes abgeschnitten und am hauptsächlichen Teil mit dem Vermerk „Anschuss“ als zusätzliches Blatt zur Verfügung gestellt wurde.

Die Größe der Flurstücke im Durchschnitt sowie die örtlichen Gegebenheiten sind maßgebend für die Auswahl des Kartenmaßstabes. Sinnvoll für Stadtgebiete sind die Maßstäbe 1:500 oder 1:1000.

Darstellung der Flurkarte:

• Nutzungsart des Bodens
• Gebäude mit Nutzung und Nummer
• Gemeinde- und Gemarkungsgrenzen
• Flurstück mit Nummer und Grenze
• Blattrahmen mit Bezeichnung der Gemarkung, Flurnummer, Herkunft sowie Maßstab

Unterschiedliche Darstellungen:

• Vermessungs- und Grenzpunkten mit Nummern
• Mauern, Zäune und Hecken
• Böschungen und topografische Beschreibung
• Ältere Flurkarten können die Eintragung des Eigentümers enthalten

Grundkarte der Stadt

Die Bezeichnung einer Stadtgrundkarte wird dann verwendet, wenn ergänzende Angaben zur Topografie sowie Entsorgungs- und Versorgungseinrichtungen mit einbezogen werden.
Die Darstellung von einer Stadtgrundkarte ist keine Pflicht des Liegenschaftskatasters und obliegt ausschließlich der kommunalen Zuständigkeit.

Digitale Flurkarten

Seit den 90er-Jahren wird an der Digitalisierung der Flurkarte gearbeitet. Daraus ist die automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) respektive die digitale Flurkarte (DFK) für das Bundesland Bayern entstanden. Diese sind auf Objekte orientiert, frei vom Maßstab und decken das Gebiet eines ganzen Bundeslandes ab. Damit kann die Karte der Liegenschaft auf einfache Weise in diversen Maßstäben blattschnittfrei wiedergegeben und ausgedruckt werden. Hinzu kommt die vereinfachte Weiterbearbeitung.

Aufgaben des Katasteramtes

Grundsätzlich handelt es sich beim sogenannten Katasteramt, das auch als Vermessungsamt bezeichnet wird, um eine Behörde, die offiziell – der Name sagt es bereits – für Vermessungen zuständig ist. Dabei vermisst diese Behörde sowohl Grundstücke als auch Flurstücke. Zudem ist sie der richtige Ansprechpartner für eine Kartografierung von Landschaften inklusive eventuell vorhandener Seengebiete. Private und gewerbliche Interessenten erhalten beim Vermessungsamt also Einblick in Flurkarten, sodass vor Immobilienprojekten beispielsweise die Größe der Grundstücke und die Eigenschaft der Grundstücke eingesehen werden können.

Welche Informationen kann die Behörde den Interessenten liefern?

Zu den typischen Informationen und Leistungen, die beim Vermessungsamt erhältlich sind, zählen:

(1) Informationen zu den Grenzen eines betreffenden Grundstücks. Hier können die Interessenten entweder die Liegenschaftskarte anfordern oder aber auf eigene Rechnung einen Vermessungsingenieur mit der Grundstücksvermessung beauftragen. Im letzten Fall gilt es aber zu berücksichtigen, dass der Auftraggeber den Fachmann bezahlen muss, was zumindest dann gilt, wenn die vorliegenden Angaben der Behörde in Zweifel gezogen werden und eine privat initiierte Überprüfung gewünscht wird.

(2) Soll eine Teilung eines Grundstücks vorgenommen werden, so wird das Vermessungsamt einen Vermessungsingenieur mit der aktuellen Vermessung beauftragen, sodass das Grundstück exakt und rechtskräftig geteilt werden kann.

(3) Wurden neue Gebäude auf einem Grundstück errichtet, so ist ebenfalls das Vermessungsamt der richtige Ansprechpartner.

Gibt es weitere Aufgaben, für die das Vermessungsamt zuständig ist?

Ja, die gibt es, denn außer den oben genannten Aufgaben ist das Vermessungsamt noch für zahlreiche weitere Services zuständig. Trotzdem beziehen sich alle Leistungen natürlich mehr oder weniger direkt auf die Kartografierung und Vermessung von Liegenschaften und Flurstücken. Zu den wichtigsten Tätigkeiten zählt somit generell das Führen eines sogenannten Liegenschaftskatasters, bei dem es sich um das eigentliche – wenn man so will – Hauptregister – aller Flurstücke und sonstigen Liegenschaften handelt. Trotzdem sollte man sich als Nutzer hier nicht von eventuell veralteten Begriffen irritieren lassen, denn während es sich bei diesen Registern in der Vergangenheit tatsächlich um echte Bücher handelte, die auch nach wie vor in den Archiven aufbewahrt werden und auf Antrag eingesehen werden können, handelt es sich bei den aktuellen Varianten auch um digitalisierte Dokumente, die in der Regel online beantragt und eingesehen werden können.

Darüber hinaus vermisst die Behörde natürlich nicht nur Grundstücke, sondern auch die Gebäude auf den Grundstücken. Zudem ist sie für die Bearbeitung von sogenannten Bodenordnungsverfahren zuständig, was in erster Linie Umlegungen und Flurbereinigungen betrifft. Dies schließt zudem die jeweilige Auswertung der Vermessung und die zugehörige Kartierung mit ein.